Auswege aus der Nullzins-Misere

Veröffentlicht am 06.10.2015 um 14:40 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat durch ihre aggressive Geldpolitik den klassischen Zins praktisch abgeschafft. Zur Erzielung einer akzeptablen Rendite müssen sich Investoren nach Alternativen zu herkömmlichen verzinslichen Anlagen wie Tages- und Festgeld oder Spar- und Pfandbriefen umschauen. Wir beleuchten die Rolle der Zentralbank bei dieser Entwicklung und stellen Auswege aus der Nullzins-Misere vor.

Die Europäische Zentralbank versorgt die Banken sehr großzügig mit Zentralbankgeld – also neu geschaffenem Geld. Dadurch sind Banken praktisch nicht mehr auf Kundengelder angewiesen. Sie erhalten gegen Sicherheiten von der EZB beliebig neue Liquidität – und das zu einem Zinssatz von 0,05% pro Jahr.  Gleichzeitig werden  Banken für Anlagen bei der EZB ein  negativer Zins von 0,3% pro Jahr belastet. Überschüssige Zahlungsmittel sind für die Banken also schmerzhaft.

Darüber hinaus greift die Notenbank durch Käufe an den Anleihemärkten auch direkt an den Zinsmärkten ein. Seit März 2015 läuft ein Kaufprogramm für europäische Staatsanleihen, im Rahmen dessen die EZB für monatlich 60 Mrd. EUR  Anleihen an den Kapitalmärkten erwirbt. Ziel der Notenbank ist die Bekämpfung der sehr niedrigen Inflation. Anfang Dezember wurde der ursprünglich bis September 2016 vorgesehene Ankauf von Staatsanleihen bis März 2017 verlängert. Das Volumen, in dem die EZB mit neu geschaffenem Geld Staatsanleihen kauft,  summiert sich somit auf beeindruckende 1,5 Billionen Euro.  Damit verlängert die Notenbank auch die Nullzins-Misere für Anleger. Denn die gewaltige Nachfrage der  Notenbank drückt das Zinsniveau bei Anleihen deutlich. Das von der Notenbank neu geschaffene Geld stellt somit eine Konkurrenz für Anleger dar, die ihr Kapital anlegen möchten.

Quelle: Deutsche Bundesbank, Fonds transparent

Die Folge dieser Geldpolitik ist, dass es auf Tages- und Festgelder nur noch symbolische Zinsen gibt. Aber auch auf Anleihemärkten, die vom Aufkaufprogramm der EZB betroffen sind, ist die Verzinsung nahe Null – teilweise sogar negativ. Damit ist es nicht mehr möglich, mit sehr sicheren Anlagen eine Verzinsung zu erzielen. Unter Berücksichtigung von Inflation und Steuern verlieren Anleger bei diesen Anlagen kontinuierlich Geld bzw. Kaufkraft. Die Reaktion eines Anlegers auf diese Gegebenheiten sollte aber nicht sein, die gesamte Geldanlage auf Aktien auszurichten. Denn häufig passt dies nicht zum Risikoprofil eines Anlegers. Zudem fehlen der reinen Aktienanlage planbare Erträge. Deshalb müssen sich Anleger, die nicht vollständig auf eine Verzinsung verzichten möchten, Märkten zuwenden, die nicht direkt von den marktverzerrenden Eingriffen der EZB betroffen sind. Dabei haben wir vier Themen identifiziert, die für Anleger über Fonds leicht zugänglich sind.



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