Brexit-Angst als Einstiegschance am Aktienmarkt – Politische Börsen haben kurze Beine

Veröffentlicht am 21.06.2016 um 14:53 Uhr
symbiot/shutterstock.com

Je näher das Referendum der Briten über den Verbleib in oder den Austritt aus der EU rückt, desto lauter wird das mediale Getöse und die Warnungen vor den Folgen eines Austritts. Die Nervosität an den Kapitalmärkten ist dementsprechend angestiegen. Angesichts der Unsicherheit könnte man den Eindruck gewinnen, wenn die Briten für einen Austritt stimmen, kommt am folgenden Tag der innereuropäische Handel weitgehend zum erliegen. Doch es gibt gute Gründe für mehr Gelassenheit. Deshalb dürfte die aktuelle Schwäche an den Aktienmärkten auch eine Chance für neue Investments sein. Denn vieles, was sich derzeit öffentlich abspielt, ist kurzfristiger Wahlkampf.

Übergangsfrist bietet Möglichkeit zur Neuorientierung

Entscheiden sich die Briten am 23. Juni für einen Austritt aus der EU, so ändert sich am nächsten Tag erst mal nichts. Und auch nicht in den folgenden zwei Jahren. Der Lissaboner Vertrag sieht nämlich eine zweijährige Übergangsfrist vor. In dieser Zeit kann Großbritannien mit der EU die Details des Austritts verhandeln. Bis dahin läuft in der EU einschließlich Großbritanniens der Handel im europäischen Binnenmarkt wie bisher. Innerhalb der zwei Jahre können neue Grundlagen für die Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien geschaffen werden. Auch wenn der Zeitrahmen für die Verhandlung vieler Details knapp bemessen ist, wird es nach einem Votum für den Austritt der Briten aus der EU nicht zu einem wirtschaftlichen Schock kommen. Außerdem sind auch nach einem Austritt gute Handelsbeziehungen mit der EU ohne eine Mitgliedschaft möglich. Das zeigen insbesondere die positiven Beispiele Schweiz und Norwegen, die keine EU-Mitgliedsländer sind. Diese Länder unterhalten einzelne Abkommen mit der EU oder sind Mitglied des europäischen Wirtschaftsraums. Damit bestehen auch nach einem Brexit Möglichkeiten für gute Wirtschaftsbeziehungen mit der EU.

Sorge gilt dem gemeinsamen Europa

Auch die politischen Akteure, die derzeit vor den schweren Folgen eines Brexits warnen, haben kein Interesse an neuen Belastungen für die Wirtschaft in Europa. Die EU wird sich deshalb voraussichtlich nach einem Brexit kooperativ verhalten. Letztendlich muss die demokratische Entscheidung der Menschen in Großbritannien akzeptiert werden. Damit dürfte das Motiv hinter den Warnungen, die auch zur Unsicherheit an den Börsen beitragen, vor allem die Sorge um das Projekt eines gemeinsamen Europas sein. Für die Brexit-Debatte scheint deshalb die Börsenweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben, tatsächlich zuzutreffen.

Fazit

Der Austritt eines Landes wäre ein Novum mit schwer abzuschätzenden langfristigen Folgen für die EU. Kurzfristig wird sich die Unsicherheit allerdings an den Kapitalmärkten schnell wieder legen, wenngleich eine Entscheidung für den Brexit nochmal ein kurzzeitiger Belastungsfaktor für die Aktienmärkte wäre. Doch gerade Unsicherheit und Rückgänge an den Aktienmärkten haben sich häufig rückblickend als gute Einstiegszeitpunkte erwiesen. In diesem Fall bietet sich eine Erhöhung des Aktieninvestments unmittelbar vor und nach dem Referendum an – unabhängig von dessen Ausgang. 




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