Was die Aktienmärkte von den Notenbanken erwarten können

Veröffentlicht am 22.02.2016 um 09:57 Uhr

Was die Aktienmärkte von den Notenbanken erwarten können

Bis Ende letzten Jahres waren die Notenbanken die Taktgeber der Aktienmärkte. Getrieben von immer neuen Geldspritzen der global bedeutenden Notenbanken erreichten die wichtigsten Aktien-Indices in 2015 historische Höchststände. Doch im Dezember erhöhte die FED nach langem Zögern erstmalig seit Mitte 2006 die Leitzinsen. Die EZB sorgte kurz darauf im Januar für Ernüchterung an den Märkten, als sie die Dosis an frischem Geld nicht erhöhte. Die monatlichen Anleihe-Käufe von durchschnittlich 60 Mrd. Euro blieben konstant. Als auch noch der Ölpreis einbrach und die globale Konjunktur Anzeichen der Schwäche zeigte, brachen die Aktienmärkte ein.

Nun schauen die Anleger gebannt auf die Sitzungen der EZB und der FED im März – dabei ist für die Aktienmärkte die entscheidende Frage: Agieren die Notenbanken wieder als Unterstützer der Kapitalmärkte – oder ist erneute Ernüchterung angesagt?

Da die Notenbanken fallende Preise von Vermögenswerten und negative Auswirkungen auf die Konjunktur vermeiden wollen, werden sie die Anleger nicht gänzlich im Stich lassen.

Was ist also von der FED und der EZB zu erwarten und wie könnten die Aktienmärkte reagieren?

Notenbanken mögen keine Unsicherheit an den Kapitalmärkten

Ursprünglich hatte die FED für 2016 eine sukzessive Anhebung der Leitzinsen in Aussicht gestellt. Die Kapitalmarktteilnehmer hatten bis zum Einbruch an den Aktienmärkten im Januar mit einer Zinserhöhung im März gerechnet. Und damit mit einer Verteuerung des billigen Notenbankgeldes, das als Treiber der Aktienmärkte fungierte. Doch die FED blieb nicht unbeeindruckt von den Rückgängen an den Aktienmärkten sowie den durchwachsenen US-Konjunkturdaten. Sie wies zuletzt auch auf globale Wachstumsrisiken hin. Der Zinsschritt im März dürfte also ausfallen. Einbrechende Preise von Vermögenswerten aufgrund einer Zinserhöhung sind für die FED ein Risiko, da sie negative Auswirkungen auf den Konsum und damit die Konjunktur fürchtet. Insofern hat Sie Interesse daran, dieses Risiko zu vermeiden.

Die EZB hat weitere Maßnahmen bereits verbal vorbereitet. Sie betont gebetsmühlenartig die Risiken der niedrigen Inflation und wies zudem zuletzt auf die gestiegenen Risiken für die europäische Konjunktur hin. Auch die erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten als Zeichen gestiegener Unsicherheit ist der EZB höchstwahrscheinlich ein Dorn im Auge. Sie wird deshalb die Märkte nicht erneut enttäuschen wollen. Eine Erhöhung der Anleihekäufe durch die EZB ist also wahrscheinlich. Eine Aufstockung um monatlich 20 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro erscheint eine realistische Größe.   

Unterstützung für Aktienmärkte durch FED und EZB

Es ist davon auszugehen, dass die Märkte im März diese Unterstützung durch die Notenbanken antizipieren. Und auch nach den Notenbank-Entscheidungen sollten diese den Märkten vorübergehend Auftrieb geben, sofern sie wie erwartet ausfallen.

Die Sorge um die globale Konjunktur könnte also zumindest temporär in den Hintergrund treten, und somit eine freundlichere Phase an den Aktienmärkten einläuten. Doch nach den jüngsten Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten haben viele Anleger auch verstanden, dass die Geldpolitik die Entwicklung der Märkte nicht alleine in der Hand hat – gerade für Aktienmärkte ist die Konjunktur durch ihren Einfluss auf die Unternehmensgewinne sehr wichtig. Bei starkem Anstieg der Aktienmärkte, die durch umfangreiche Maßnahmen der Notenbanken ausgelöst werden, bleibt deshalb das ungute Gefühl, dass die Kurse künstlich aufgeblasen werden.



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