Die optimale Aktienquote für den Vermögensaufbau

Bei der Zusammenstellung eines Portfolios für den Vermögensaufbau stellt sich regelmäßig die Frage, wie hoch der Aktienanteil am Gesamtvermögen sein sollte. Einerseits haben Aktien langfristig ein hohes Renditepotential, andererseits unterliegen sie Schwankungen, die eine geringe Planbarkeit der Vermögensentwicklung mit sich bringen. Deshalb hängt die optimale Aktienquote maßgeblich von der persönlichen Risikoneigung, der Fähigkeit Risiken zu tragen und dem Anlagehorizont ab. Mit dem geeigneten Vorgehen zur Bestimmung einer angemessenen Aktienquote auf dieser Basis haben wir uns in den Beiträgen Aktienfonds als Teil der Geldanlage I“ und Aktienfonds als Teil der Geldanlage II“ beschäftigt. Viele Praktiker verwenden allerdings auch eine Regel, die die Aktienquote in Abhängigkeit vom Alter des Anlegers bestimmt. Die Überlegungen dazu sind ebenfalls zielführend. Zudem verfügt die Regel über den Charme der Einfachheit.

Die Praktikerregel

Die Regel besagt, dass die optimale Aktienquote 100 minus Lebensalter betragen sollte. Das heißt ein 25-jähriger legt 75% (100-25) seines Vermögens in Aktien an. Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktienquote ab – ein 70-jährier sollte gemäß der Regel nur noch 30% des Vermögens in Aktien investieren. Weil Aktien riskant sind, ist es für Menschen im Ruhestand in der Regel ratsam, nur einen geringen Teil des Vermögens in Aktien anzulegen. Junge Menschen sollten dagegen einen hohen Aktienanteil bei der Geldanlage halten, weil mit dem Aktienanteil die Renditeerwartung steigt. Außerdem haben sie einen ausreichend langen Anlagehorizont, um mögliche Rückgänge an den Aktienmärkten wieder aufzuholen. Damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, tatsächlich von den Renditepotenzialen der Aktienanlage zu profitieren. Ein weiteres Argument für eine starke Gewichtung von Aktien beim Vermögensaufbau junger Menschen ist das üblicherweise geringe Finanzkapital und ein hohes zu erwartendes Arbeitseinkommen, das sich aus den zukünftigen Gehaltszahlungen des noch bevorstehenden Berufslebens speist. Das Risiko des hohen Aktienanteils am Gesamtvermögen in jungen Jahren wird also durch das noch zu erwartende Arbeitseinkommen gemindert. Menschen im Ruhestand haben hingegen häufig neben einer überschaubaren Rente lediglich Finanzvermögen und kein Arbeitseinkommen. In Verbindung mit einem kürzeren Anlagehorizont aufgrund der Notwendigkeit auf das Kapital zuzugreifen, wiegen Aktienkursschwankungen für ältere Menschen üblicherweise schwerer, als für junge Menschen. Älteren Anlegern wird deshalb ein reduziertes Risiko verbunden mit einer geringeren Renditeerwartung aber einer größeren Stabilität der Vermögensentwicklung nahegelegt.

Fazit

Mit der Praktikerregel haben Anleger eine einfache Orientierungsmöglichkeit für die Strukturierung ihrer Geldanlage. Natürlich kann jeder die sich für ihn ergebende optimale Aktienquote hinterfragen und diese vor dem Hintergrund der persönlichen Umstände anpassen. Aber als ein Ausgangspunkt für eine scheinbar komplexe Fragestellung überzeugt die Regel. 

 

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