ETF-Boom ist Chance für aktive Strategien

Der aktuelle Boom bei ETFs zeigt, dass ein Großteil der Anleger nicht daran glaubt, dass es durch die gezielte Auswahl einzelner Aktien möglich ist, besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden. Das Verhalten der Anleger beantwortet so scheinbar die bereits Jahrzehnte andauernde Debatte, ob durch aktives Management ein Vergleichsindex nachhaltig geschlagen werden kann. So hat sich das Volumen des passiv in ETFs verwalteten Vermögens in Europa über die vergangenen zehn Jahre auf rund 450 Mrd. Euro verzehnfacht (Stand: 31.12.2015, Quelle: Commerzbank). Und dieser Trend hält an.  Dabei bietet gerade der Boom des passiven Investierens Stockpickern zunehmend bessere Chancen für eine Outperformance. 

Keine Bewertung der Zukunftsperspektiven bei passiven Strategien

Einzelne Anleger und Fondsmanager schaffen es regelmäßig, einen Mehrwert durch aktives Management zu erzielen. Die Wissenschaft hat an der Nachhaltigkeit dieser Erfolge jedoch fast durchgehend Zweifel und tut sie als Zufall ab. Die Theorie besagt, dass in Aktienkursen aufgrund der Effizienz der Kapitalmärkte immer alle öffentlichen Informationen angemessen berücksichtig sind. Die gezielte Auswahl einzelner Titel schafft also keinen Mehrwert. Zudem können Anleger im Durchschnitt nicht besser abschneiden als der gesamte Markt, in den sie investieren. Das, was ein Anleger als Outperformance erzielt, verliert ein anderer. Genau hieraus ergeben sich für aktive Anleger durch den Boom der ETFs aber Chancen. Denn Anleger, die passiv in Aktien investieren, tun dies ohne auf die Perspektiven oder Bewertung eines Unternehmens zu schauen. Sie bilden einfach einen Index nach, was üblicherweise bedeutet, das größte Unternehmen hat das höchste Gewicht im Portfolio. Da das Volumen der über ETFs angelegten Gelder derzeit wie bei keinem anderen Anlageprodukt steigt, nimmt auch der Anteil des Kapitals, das ohne eine Analyse einzelner Titel investiert wird, zu. Doch ohne eine Analyse über die angemessene Bewertung einer Aktie steigt die Häufigkeit, dass Unternehmen über- oder unterbewertet sind. Diese Fehlbewertungen können durch Analysen erkannt und von aktiven Anlegern ausgenutzt werden, um damit eine bessere Performance als die eines Vergleichsindex zu erzielen.

Fazit

Natürlich ist die aktive Auswahl einzelner Aktien auch mit erhöhtem Aufwand verbunden. Entscheidend für deren Erfolg ist, dass sich der Aufwand auch nach Berücksichtigung der Kosten auszahlt. Dafür dürften für Fondsmanager und gut informierte Anleger zunehmend verbesserte Bedingungen bevorstehen. Wie häufig ergeben sich hier durch sehr einseitiges Verhalten von Marktteilnehmern Chancen am Kapitalmarkt.  Anleger tun deshalb gut daran, das Herdenverhalten der Masse an den Börsen zu hinterfragen.

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