Fonds richtig auswählen

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Beliebtes Vorgehen vieler Anleger bei der Fondsauwahl sind Übersichten mit Fonds, die in der jüngeren Vergangenheit die höchsten Wertesteigerungen erzielt haben. Doch der übliche Hinweis, dass die vergangene Wertentwicklung kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft ist, gilt bei diesem Vorgehen besonders. Die alleinige Ausrichtung der Auswahl an der Wertentwicklung der jüngeren Vergangenheit birgt Risiken. Das Vorgehen basiert auf der einfachen Hoffnung, dass sich die Vergangenheit fortsetzt. Zudem können hohe Gewinne der Vergangenheit bei Anlegern eine Gier wecken, die zu risikoreichem Verhalten führt. Dies gilt insbesondere bei Nischenthemen, die in kurzer Zeit eine hohe Wertsteigerung erzielt haben und bei denen auch starke Rücksetzer bei der Kursentwicklung drohen (z.B. Biotech, spezielle Technologien, einzelne Schwellenländer). Diese Themen eignen sich nur zur Beimischung jedoch nicht als Grundlage der Geldanlage.

Zuerst sollten sich Anleger deshalb vor einem Fondskauf überlegen, wie persönliche Anlageziele, die Risikoneigung und der zeitliche Anlagehorizont aussehen. Erst danach kann ein Anleger entscheiden, in welche Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Mischfonds, etc.) investiert wird. Denn ansonsten läuft er Gefahr Anlageklassen und Fonds auszuwählen, die nicht zu seinen Zielen und Risikobereitschaft passen.

Anschließend kann der Anleger zur Fondsauswahl übergehen und gezielt aus geeigneten Fondskategorien auswählen (z.B. Aktien global, Unternehmensanleihen Europa, ausgewogene Mischfonds).

Als Ausgangspunk bietet sich, trotz der Kritik als alleiniges Kriterium, die bisherige Wertentwicklung der Fonds an. Doch hier hört die Suche nicht auf, sondern sie beginnt gerade erst. Dabei sollte sich der Fondskäufer folgende Fragen stellen:

  • Wie sieht die historische mittel- bis langfristig (z.B. 5 Jahreszeitraum) Entwicklung eines Fonds im Vergleich mit anderen Fonds der gleichen Kategorie aus?
  •  Wie war die Wertentwicklung im Verhältnis zu einem Vergleichsindex? (z.B. ein Aktienfonds mit der Ausrichtung deutsche Standard-Aktien im Vergleich zum DAX)

Beim weiteren Vorgehen sollte ein Fokus auf die Fonds gelegt werden, die über einen längeren Zeitraum überdurchschnittlich im Vergleich zu Fonds der gleichen Kategorie und zum Vergleichsindex (Benchmark) abgeschnitten haben.

Auch wenn die Wertentwicklung überdurchschnittlich war, bedarf sie einer genaueren Betrachtung. Dabei sind folgende Fragen hilfreich:

  • Wie wurde die gute Wertentwicklung erreicht?
  •  Wie gleichmäßig verlief die Wertentwicklung?

Je gleichmäßiger die überdurchschnittliche Wertentwicklung verlief, desto positiver ist dies zu bewerten.  Dies spricht für viele, kleinere erfolgreiche Transaktionen bzw. einer grundsätzlich funktionierenden Strategie. Eine einmalige und kurze deutlich überdurchschnittliche Wertentwicklung ist jedoch kritisch zu sehen. Denn dies kann dazu führen, dass die ansonsten unterdurchschnittliche Entwicklung überlagert wird.  Bei der kurzen Phase der sehr guten Performance kann es sich dann lediglich um Glück oder eine einmalige gute Entscheidung, deren Wiederholung fraglich, ist handeln.

Nach der Wertentwicklung steht das Risiko im Fokus. Dabei sind die wesentlichen Fragen:

  • Wie stark fallen die Schwankungen des Fonds aus?
  • Wie hoch waren maximale Verluste?

Dadurch bekommt ein Fondskäufer auch einen Eindruck davon, welche Risiken er trotz aller Renditechancen eingeht. Zur Betrachtung der Schwankungsstärke bietet sich die Volatilität an. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete statistische Kennzahl. Je höher diese ausfällt, desto stärker schwankt ein Fonds. Für den maximalen Verlust wird üblicherweise der sogenannte Maximum Drawdown herangezogen. Dieser gibt in Prozent an, wie stark der maximale Verlust eines Fonds ausgefallen wäre, wenn man innerhalb des betrachteten Zeitraums exakt zum Höchstkurs gekauft hätte.

Nach der Betrachtung der Rendite und des Risikos hat ein Anleger ein vollständigeres Bild eines Fonds. Fondsvergleiche werden anhand der Rendite-Risikoprofile aussagekräftiger. Deshalb kann sich alternativ bei der Fondsauswahl auch das Rendite-Risikoprofil als Ausgangspunkt zu wählen. Eine geeignete Kennzahl, die dies zusammenfasst ist das Sharpe Ratio. Sie stellt die erzielte Rendite ins Verhältnis zur Wertschwankung. Doch auch bei Auswahl anhand des Sharpe Ratios – dieses ist sehr beliebt bei professionellen Investoren – ist eine anschließende genauere Betrachtung der Wertentwicklung notwendig.

Der beschriebene Vergleich von Fonds anhand der genannten Kennzahlen und die Betrachtung der Entwicklung einzelner Fonds kann ohne großen Aufwand über spezielle Online-Tools erfolgen. Fonds transparent stellt unter Fondsanalyse ein solches Tool bereit.

Nach dem beschriebenen Auswahlprozess gilt es auf qualitative Kriterien zu schauen und den Investmentansatz kennenzulernen. Dies kann anhand weiterer Fragen erfolgen:

  • Was macht das Fondsmanagement?
  • Wie geht des Fondsmanagement vor?

Dem Fondskäufer stehen hierfür üblicherweise Factsheets, Verkaufsprospekte und Präsentationen mit Erläuterungen zur Verfügung. Professionelle Fondsanalysten können sich in persönlichen Gesprächen mit den Fondsmanagern oder Vertretern der Fondsgesellschaften ein detaillierteres Bild machen. Ziel ist es dabei einen Eindruck über die Kompetenz und Qualität des Fondsmanagements zu bekommen. Durch diese weitere Prüfung soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass die in der Vergangenheit gute Entwicklung auch in der Zukunft erreicht werden kann. Hierfür sind überzeugende Strategien wichtig.

Das geschilderte Vorgehen entspricht auch der Philosophie von Fonds transparent. Als Hilfestellung für die Fondsauswahl bieten wir unseren Kunden aus dieser Basis unsere Favoritenlisten für verschiedene Fondskategorien an. Nutzen Sie diese als Anregung oder zum Abgleich Ihrer eigenen Recherchen.

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